Prepaid Kreditkarten im Vergleich

Prepaid Kreditkarten im Vergleich

Marktbeobachtung in Deutschland  Das Angebot der Prepaid Kreditkarten wächst stetig. Der Verbraucher hat inzwischen die Qual der Wahl. Und das ist auch gut so! Objektive Vergleiche gibt es aber noch wenige und für den Laien ist es mühsam durch die vielen – immer positiven – Informationen noch den wa(h)ren Kern der geeignetsten Prepaid Kreditkarte zu finden.Die Frage ob es eine Visa oder MasterCard werden soll, muss jeder für sich selbst entscheiden. Das ist mehr eine Image-, als eine Qualitätsfrage. Bei den Preis-/Leistungsverhältnissen sieht es dagegen ganz anders aus. 


Eypocard

Ohne Frage: Sie ist die erste Prepaid Kreditkarte, die auf dem deutschen Markt erhältlich war. Und auf den ersten Blick sieht auch der Preis von 29,90 Euro pro Jahr noch ganz akzeptabel aus. Dass man jedoch die Jahresgebühr für 10 Jahre im Voraus bezahlen muss und eine Startaufladung erst ab 100 Euro akzeptiert wird, lässt den Otto-Normal-Verbraucher erst einmal schlucken. 399 Euro damit man eine Prepaid Visa von Eypocard erhält, ist ein Haufen Asche für jemand, der vielleicht auch Bonitätsprobleme hat. Aber das ist noch nicht genug: 50 Euro von der Erstaufladung bleiben als Sicherheitshinterlegung gesperrt. Zudem ist zu lesen, dass die Karte stets über ein Mindestguthaben von 30 Euro verfügen muss. Stehen mir dann nur noch 20 Euro von meinen einst 100 Talern als Guthaben zur Verfügung? Aber die müssten dann auch bald weg sein, denn die Aktivierung der Karte wird einmalig mit 9 Euro berechnet und jeden Monat kostet mich die Nutzung (auch wenn ich die Karte nur im Portemonnaie stecken habe) 7,50 Euro. Da man nun kein Geld mehr auf der Karte hat, werden die Kosten für jede Zahlung oder Aufladung der Karte dann auch nicht mehr stören. Wer sich doch für dieses Premiumprodukt entscheidet, kann nie sicher sein, bei welcher Bank das eigene Geld hinterlegt wird – denn das Kreditinstitut wird erst verraten, wenn man die Karte gezahlt hat. Und dass es etwas länger dauert, bis die Prepaid Visa zu ihren Kunden geschickt wird, kann man sich nur damit erklären, dass die Bank vermutlich weit weit weg ist.

PRO: 10 Jahre Kartengültigkeit
CONTRA: Kosten, Kosten, Kosten… 

LBB Xbox Visa Prepaid

Seit August 2005 kam dann echte Konkurrenz auf den Markt. Die erste Prepaid Kreditkarte, die auch an Minderjährige (ab 14 Jahre) vergeben werden konnte und für die Kids ist die Karte auch noch kostenlos. Problem ist nur, dass in diesem Fall der Jugendliche eine PostIdent Legitimation machen muss und auch die Eltern eine Unterschrift zur Einverständniserklärung abgeben müssen.Natürlich können auch Erwachsene die Xbox Visa Prepaid bestellen, aber ab einem Alter von 23 kostet sie jährlich 28 Euro. Xbox Visa kann bis zu 500 Euro aufgeladen werden und verlangt sonst nur die üblichen Gebühren für Bargeldabhebungen, Rückbuchungen oder zusätzliche Belege.Warum aber sind die Kosten der LBB Visa Prepaid so gering? Wo ist der Haken, wird sich der aufmerksame Verbraucher fragen. Neben der klassischen Prepaid Visa Karte bietet die LBB Volljährigen noch zwei weitere Kartenprogramme an. Einmal handelt es sich um eine erweiterte Prepaid Karte, die einen Verfügungsrahmen von 1.000 Euro verspricht. Die zweite Karte ist dann schon eine richtige Kreditkarte. Das System der Bank ist einfach und verständlich: Mit einem kleinen Prepaidguthaben lässt sich für die Bank nichts verdienen, mit Krediten und Ratenzahlungen schon! Deshalb freut sich die Bank, wenn sie viele junge Kunden hat, die sie später mit richtigen Kreditkarten und somit auch richtigen Zahlungszinsen an sich binden kann. Hilfestellung gibt dabei auch die Folgekarte, die nach Ablauf der Kartengültigkeit automastich zugeschickt wird.Die LBB hat ihr Portfolio an CoBranding Prepaid Karten bereits vielfältig erweitert und auch noch eine weitere eigene Karte auf den Markt gebracht. Für einen Preis von nun mehr 39 Euro erhält ein Erwachsener ähnliche Konditionen wie bei der Xbox Karte, nur mit dem Vorteil ein unbeschränktes Aufladelimit zu haben. Kreditangebote sind aber auch hier bei besserer Bonität nicht ausgeschlossen.


PRO: Prepaid Kreditkarte auch für Jugendliche.
CONTRA: Die Prepaid Karte ist das Einstiegsprodukt, um Kunden für richtige Kredite zu gewinnen. 

Wirecard

Die Wirecard Bank bietet eine gleichnamige Prepaid Visa Karte für einmalig 149 Euro an. Dafür ist die Karte auch gleich zwei Jahre gültig (pro Jahr also 74,50 Euro!). Zwar wird bei dieser Visa Karte die Benutzung nicht mit extra Gebühren belegt, jedoch kostet den Kunden jede Aufladung 2,50 Euro. Auch sollte man seine Karte im besten Fall niemals verlieren oder sich nach Ablauf der Karte Guthaben zurück überweisen lassen wollen. Denn auch das muss der Kunde mit 20 Euro teuer bezahlen. Die Wirecard Plastikkarte wird dem Kunden per Post zugestellt, nachdem er die Identifierzierung (PostIdent) vollzogen, den Kartenpreis zzgl. 6,50 Porto beglichen und einen ersten Aufladebetrag von minimum 10 Euro überwiesen hat. Nur auf die Zustellung soll man dann wohl noch ca. 14 Tage warten müssen.Die Wirecard Bank hat sich nun Verstärkung durch eine Prepaid MasterCard geholt. Diese ist momentan noch virtuell – das heißt also nur für Online-Einkäufe brauchbar. Die sogenannte “Plastikschwester” soll ab März 2007 hinzukommen. Positiv an der virtuellen Wirecard ist, dass sie keine Jahresgebühr hat und man zunächst auch auf PostIdent verzichten kann. Die Legitimation wird aber spätestens nach 12 Monaten fällig. Die Gebührenstruktur ist bei dieser virtuellen MasterCard recht einfach: Wirecard hält immer die Hand auf, sobald etwas mit der Karte geschieht, also bei Einzahlungen (min. 1 Euro), Bezahlungen (0,50 Euro), Transfers auf andere Wirecard Konten (0,50 Euro). Wie man mit einer Prepaid Karte, die ja nur im Guthaben zu nutzen ist, aber ein negatives Saldo erreichen kann – was übrigens mit 10 Euro bestraft wird – ist nicht ersichtlich.Man kann gespannt sein, wie sich die Gebührenstruktur ändern wird, sobald die Plastikschwester der Prepaid MasterCard da ist. 

PRO: Kunden haben die Wahl zwischen Visa und MasterCard.
CONTRA: Aufladungen bzw. Bezahlungen kosten immer extra. 

Schwäbische Bank AG – MyPrepaid / MajorCard

Im Mai 2006 kam die erste Prepaid MasterCard (vorweg gab es nur Visa Prepaid) auf den deutschen Markt. Sie ist die erste Prepaid Kreditkarte, die vollkommen ohne Alterbeschränkung und PostIdent ausgegeben werden konnte. Um die sogenannte “MyPrepaid” auch wirklich sicher für Jugendliche zu machen, wurde ein Jugendschutz auf die Karte kodiert, sodass mit der Karte nicht bei Schmuddel- und Wettanbietern eingekauft werden kann. Der Aufladebetrag ist ebenso jugendgerecht auf 300 Euro festgesetzt bei einem Jahresumsatzvolumen von 5.000 Euro. Einzige Voraussetzung ist ein eigenes Girokonto bei einer beliebigen Bank in Deutschland. Mit einer Lieferzeit von maximal 4 Werktagen nach Geldeingang ist sie mit Abstand die schnellste Prepaid Kreditkarte. MyPrepaid war auch die erste virtuelle Prepaid MasterCard, konnte aber sofort als zusätzliche Plastikkarte bestellt werden. Die jährlichen Kosten von 28 Euro, bzw. einmalig 15 Euro für die zusätzliche Plastikversion von MyPrepaid sind vergleichsweise gering, da auf alle sonstigen versteckten Kosten (für Aufladung, Einkauf, Kontoführung, Portokosten, etc.) verzichtet wird.Die Folgekarte namens “MajorCard” unterscheidet sich von ihrem kleinen Bruder MyPrepaid in exakt drei Dingen: Es besteht keine Einkaufskodierung, das Aufladevolumen beträgt 500 Euro und sie ist zudem mit einer online abrufbaren PIN versehen, mit der man am Geldausgabeautomaten Bargeld beziehen kann. Ansonsten ist die MajorCard auch ohne PostIdent, aber mit eigenem deutschen Girokonto erhältlich. Die Lieferung ist ebensso schnell wie bei der “kleinen” Karte. Jährlich fallen hier 45 Euro Gebühren und für die Plastikkarte einmalig wieder 15 Euro an. Die beiden Karten sind durch ihre recht ähnliche Gebührenstruktur die einzigen wirklichen “Prepaid”-Karten also vorab bezahlte Karten, in Deutschland: Da alle laufenden Kosten vorweg bezahlt wurden bleibt der Nutzer von Überraschungen absolut verschont.Zwei weitere Services bietet die Schwäbische Bank ihren Prepaid MasterCard Kunden: Zunächst können alle Kartenrelevanten Informationen auch via SMS abgerufen werden. Und die Bank verzichtet auf jede Werbung, Konto- oder Kreditvergaben. Damit ist sie wohl eine der wenigen Banken, die auf Folgegeschäfte verzichtet.

PRO: Richtige Prepaidkarte, ohne versteckte Kosten, für Jugendliche empfehlenswert, keine Folgegeschäfte.
CONTRA: limitierter Aufladebetrag (Anmerkung: Es kommt ja bald die SupremaCard:-))

West LB – Pipps

Ein Nachzügler auf dem Prepaid Kreditkartenmarkt nennt sich Pipps. Diese Prepaid MasterCard wird von der West LB ausgegeben – ca. 14 Tage nach Antragseingang – und ist zudem mit einem eigenen Bonusprogramm namens “Pipps” versehen. Man erhält bei jedem Einkauf mit dieser Karte Pipps-Telefonfreiminuten, die sich je nach Kartenumsatz errechnen.Zu beziehen ist die Pipps MasterCard mittels Online-Antrag für 49 Euro im Jahr. Man muss hier also kein lästiges PostIdent machen. Jedoch bedarf es der Zustimmung, dass die West LB per Lastschrift auf das eigene Girokonto zugreifen darf. Auch hier ist nämlich die einzige Voraussetzung ein eigenes deutsches Girokonto. Sollte man eine Lastschrift zurückgehen lassen, muss man aber mit einer Rückbuchungsgebühr von 2,50 Euro je Vorgang rechnen.Die Pipps MasterCard verlangt ein Mindestalter von 18 Jahre – wie das aber überprüft werden soll, nachdem kein PostIdent stattgefunden hat, ist fraglich.Aber vermutlich wird auch primär der Verkauf einer “richtigen” Pipps MasterCard forciert. Denn auch hier kann die Bank wieder an den Kreditzinsen verdienen.

PRO: Integriertes Bonuspunkteprogramm
CONTRA: Die Prepaid Karte ist das Einstiegsprodukt, um Kunden für richtige Kredite zu gewinnen. 

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.